Ein einzigartiger Abend, der noch lange nachhallt

Geaorge Alaba und Berndt Querfeld mit Amira Awad bei einem ÖNFG Event

Wenn ein nigerianischer Einwanderer, der in den frühen 80er Jahren nach Österreich kam, ein erfahrener Gastronom, der mehrere traditionelle Kaffeehäuser in Wien betreibt, und eine Moderatorin, die selbst die Herausforderungen der Migration erlebt hat, zusammenkommen, dann ist das schon fast die Geschichte. Aber es kommt viel besser.

Starten wir am Anfang. Da war nur die Idee Alaba und Fußball. Alaba ist ein perfektes Rolemodel für die Verbindung von Österreich und Nigeria. Und die Fußball-WM steht in den Startlöchern.

Durch gemeinsame Anstrengungen schafften wir es, George Alaba und Berndt Querfeld für einen Abend zu gewinnen, bei dem es nicht vorrangig um Fußball geht, sondern um zwei junge Männer, die ihren Weg in die stärksten internationalen Ligen geschafft haben.

Der Abend war voller gehaltvoller Stories von zwei genialen Geschichtenerzählern über die Wege, die beide eingeschlagen haben. So sehr sich die beiden Welten der Familien unterschieden, so verbindend und absolut ähnlich waren die oft sehr steinigen Wege ihrer Söhne. Es waren Geschichten über Durchhaltevermögen, immenser Disziplin, alles dem Fußball unterzuordnen und Freundschaften. Mir war nicht bewusst, wie wichtig es ist, innerhalb der Mannschaften Freundschaften zu knüpfen. Was im Nachhinein absolut logisch erscheint: Ohne guten Draht zu den anderen Spielern binden sie dich nicht in die Mannschaft ein und du kannst dich nicht zeigen. Das war in der Schule schon so.

Es waren auch Geschichten über immenses Pech und fantastisches Glück. Wenn sich Mitspieler verletzten, kommt man dadurch zum Zug und kann sich ins Blickfeld der Trainer spielen. Da sieht man, wie eng beieinander Drama und Chance liegen. Dabei dürfen Freundschaften aber nicht leiden.

Wir haben einen absolut faszinierenden Einblick in die Welt rund um Fußball erhalten. In die Welt der Familien, der weiten Wege zu den Spielen, dem Unterordnen der eigenen Bedürfnisse, um den Söhnen das zu ermöglichen, das sie sich so sehr wünschen.

George Alaba und Berndt Querfeld harmonierten so perfekt auf dem Podium, dass man meinen könnte, sie haben die Geschichten vorher geprobt. Man konnte sehen, dass sie sich absolut wohlfühlten. Dieses Gefühl kam beim Publikum großteils wegen der hervorragenden Moderation von Amira Awad an, die selbst einen migrantischen Hintergrund hat, da ihr Vater aus Ägypten stammt.

Abgerundet wurde der Abend durch den Besuch von Muyiwa Onifade, der direkt von der UNO zu unserem Event kam, um ein paar Worte über Nigeria und die Bedeutung von David Alaba für die Verbindung von Nigeria und Österreich zu sagen. Es war uns eine große Ehre, dass er sich die Zeit genommen hat.

Zu guter Letzt noch ein paar Worte zum Publikum: Es war vollkommen gemischt und hat sich hervorragend unterhalten. Man hat gesehen, dass es nicht darauf ankommt, woher man ist, sondern einfach, wie man auf andere Menschen zugeht, neugierig und offen bleibt und respektvoll miteinander kommuniziert.

Falls Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, freuen wir uns, wenn Sie Mitglied werden. Es sind sehr gut investierte 50 Euro pro Jahr, die uns helfen, mehr solche Events zu veranstalten und Menschen zueinander zu bringen. Jetzt Mitglied werden.

Ein herzlicher Dank geht an den Fotografen Pascal Hofmann