Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und Nigeria bestehen seit vielen Jahrzehnten und haben beide Länder auf vielfältige Weise miteinander verbunden. Nigeria zählt zu den wichtigsten Handelspartnern Österreichs in Subsahara-Afrika und bietet mit seiner wachsenden Wirtschaft zahlreiche Möglichkeiten für Kooperationen. Grundlage dieser Zusammenarbeit ist unter anderem das bereits 1982 geschlossene Abkommen über wirtschaftliche, industrielle und technische Zusammenarbeit.
Historische Meilensteine
In den 1980er-Jahren erreichte das österreichische Engagement in Nigeria einen besonderen Höhepunkt. Zwei große Industrieprojekte prägten diese Zeit:
Steyr-Daimler-Puch
1979 errichtete das österreichische Unternehmen Steyr-Daimler-Puch in Bauchi ein Lkw- und Traktorenwerk. Das Werk unterstützte den Ausbau der nigerianischen Industrie und Landwirtschaft und gilt bis heute als eines der bedeutendsten österreichischen Industrieprojekte in Nigeria.
voestalpine (damals VOEST-Alpine)
Nur wenige Jahre später war VOEST-Alpine am Bau des Stahlwerks in Warri beteiligt. Bei seiner Eröffnung im Jahr 1982 galt es als das größte und modernste Stahlwerk in Subsahara-Afrika und stellte einen wichtigen Schritt für die Industrialisierung Nigerias dar.
Aktuelle Zusammenarbeit
Auch heute sind österreichische Unternehmen auf dem nigerianischen Markt vertreten.
ANDRITZ
Das Grazer Technologieunternehmen ANDRITZ ist im Bereich Wasserkraft aktiv. Das Unternehmen modernisiert Turbinen und Generatoren des Wasserkraftwerks Jebba am Niger-Fluss. Ziel des Projekts ist es, die Effizienz der Stromerzeugung zu steigern und die Energieversorgung des Landes langfristig zu verbessern.
Exporte aus Österreich
Neben einzelnen Großprojekten exportieren zahlreiche österreichische Unternehmen ihre Produkte nach Nigeria. Besonders gefragt sind:
• Maschinen und Industrieanlagen
• Fahrzeuge und Fahrzeugteile
• Produkte für die Energieversorgung
• Materialien für Infrastrukturprojekte
• Vorarlberger Spitzen und hochwertige Textilien
Viele dieser Geschäftsbeziehungen bestehen bereits seit Jahrzehnten und werden kontinuierlich weiterentwickelt.
Unterstützung für Unternehmen
Beim Aufbau neuer Geschäftsbeziehungen unterstützt ADVANTAGE AUSTRIA, die Außenwirtschaftsorganisation der Wirtschaftskammer Österreich. Das AußenwirtschaftsCenter in Lagos berät österreichische Unternehmen, vermittelt Geschäftspartner und organisiert Wirtschaftsdelegationen zwischen Österreich und Nigeria. Dadurch entstehen regelmäßig neue Kooperationen und Investitionsmöglichkeiten.
Blick in die Zukunft
Nigeria verfügt über die größte Bevölkerung Afrikas und zählt zu den dynamischsten Volkswirtschaften des Kontinents. Gleichzeitig genießen österreichische Unternehmen international einen hervorragenden Ruf in Bereichen wie Maschinenbau, Umwelttechnik, Energie und Infrastruktur.
Gerade in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Gesundheitswesen und Industrie sehen Expertinnen und Experten großes Potenzial für eine noch engere Zusammenarbeit. Mit stabilen wirtschaftlichen Beziehungen und neuen Investitionen können beide Länder auch in Zukunft voneinander profitieren.
Foto: BMEIA / Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (Österreich)